In welchem Zusammenhang steht Forschung mit Innovation?

Aus der Forschung resultiert an allen vier Kliniken der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich (PUK) die benötigte Innovation, um unseren Patientinnen und Patienten sowie deren Familien die beste Diagnostik und Therapie anbieten und diese immer weiterentwickeln zu können. Unsere Forschenden suchen mit den neuesten und effektivsten Methoden nach den Ursachen, die psychischen Störungen zugrunde liegen. So können Erkrankungen früher erkannt, effektiver behandelt und ihre Entstehung im besten Fall sogar ganz verhindert werden. Konkrete Beispiele sind hochspezialisierte Psychotherapien, Neurofeedback, störungsspezifische aufsuchende Behandlungen («Home Treatment») oder neue nicht-medikamentöse und medikamentöse Interventionen.

Wie gestaltet sich Forschung an der PUK?

Die Forschung an der PUK entwickelt fortlaufend modernste störungsspezifische und störungsübergreifende Ansätze für Patientinnen und Patienten der gesamten Alterspanne. Unsere Forschung bietet und nutzt ein einzigartig breites Methodenspektrum, das verschiedene Verfahren der Bildgebung (z.B. MRT, fMRT, PET), Neurophysiologie (z.B. EEG, EKG, EMG), Neurofeedback (mittels EEG und MRT), Genetik (inkl. Genexpression und Epigenetik), Neuropsychologie, Epidemiologie oder Neuropsychopharmakologie umfasst. Die Forschung knüpft dabei direkt an den Fragen an, die in den Kliniken entstehen, und integriert so auch die Perspektive der «Medical Humanities». Im Idealfall gibt die Forschung ihre Befunde unmittelbar in die Behandlungskette zurück. Unsere Patientinnen und Patienten stehen dabei stets im Mittelpunkt. So haben unsere Forscherinnen und Forscher beispielsweise neue Erklärungsmodelle für Depressionen, Angst und Sucht untersucht und konnten u.a. immunologische und neurobiologische Faktoren von ADHS, Depression, Aggressionen und Substanzkonsum aufzeigen.

Welche Rolle spielt der Standort Zürich für die Forschung an der PUK?

Die PUK ist eine Universitätsklinik, die gleichzeitig einem grossen Versorgungsauftrag gerecht werden muss. Zusammen mit der Universität Zürich (UZH), der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) und den anderen universitären Spitälern bietet Zürich eine europaweit einzigartige Plattform und Vernetzung von Know-how für innovative, interdisziplinäre Medizin und patientenorientierte Forschung. Gemeinsam mit unseren Partnerinnen und Partnern verfolgen wir an der PUK eine Vision: die beste Medizin für die Patientinnen und Patienten heute und morgen anzubieten. 

Was bringt die Forschung den Mitarbeitenden?

Da wir eine Universitätsklinik und ein Forschungsbetrieb sind, kommen unsere Mitarbeitenden stets mit dem neuesten Stand des Wissens in Berührung. Sie sind eingeladen, sich aktiv an der Forschung zu beteiligen und Teil des Innovationsprozesses zu werden. Unterstützt werden unsere Mitarbeitenden dabei durch verschiedene Einheiten, wie z.B. das Psychiatrische Clinical Trial Center (psCTC) und die Zentren für Psychiatrische Forschung an den Kliniken für Erwachsenenpsychiatrie und Kinder- und Jugendpsychiatrie, Forensik und Alterspsychiatrie. 

Was bringt die Forschung dem Nachwuchs?

Die PUK hat den universitären Auftrag für Lehre und Forschung. In der Lehre haben wir als erste Disziplin der Medizin einen Studientrack für Psychiatrie entwickelt. In ihrem ersten Studienjahr nehmen die Studierenden an einem Programm teil, das zur Spezialisierung in Kinder- und Jugendpsychiatrie, Erwachsenenpsychiatrie oder Alterspsychiatrie führen kann. An der PUK selbst absolvieren jedes Jahr zahlreiche Studierende und Mitarbeitende verschiedener Disziplinen (z.B. Medizin, Psychologie, Biologie, Pharmakologie, Pflege) ihren Masterabschluss bzw. promovieren. Die Förderung unseres akademischen Nachwuchses ist für uns zentral. Die Anzahl der habilitierenden Mitarbeitenden steigt von Jahr zu Jahr. Letztere übernehmen dann Leitungsfunktionen in unserer Institution wie auch im nationalen und internationalen Umfeld. 

In welchem Zusammenhang steht der Begriff «Leuchtturm» mit Forschung?

Durch Forschung und Innovation entstehen an der PUK «Leuchttürme», das heisst klinische Angebote und Forschungsprojekte mit einer nationalen und internationalen Strahlkraft. Dies sind z.B. Angebote für Angst, Depressionen, Psychosen, Sucht oder Zwangsstörungen.

Wir veröffentlichen unsere Forschungsergebnisse in hochrangigen internationalen Journalen, in Lehrbüchern, Standardwerken, im akademischen Bericht oder in digitalen Medien. Über unsere wissenschaftlichen Erkenntnisse informieren wir die Öffentlichkeit gerne, offen und regelmässig. Denn psychische Gesundheit geht heute mehr denn je jeden etwas an.